Review: LG G2

Das LG G2 ist eines der Highend-Smartphones von 2013. Welche Vorzüge hat es und was gibt es daran auszusetzen? Wie sind der Akku, die Bedienung und die Kamera? Das alles erfahrt ihr in meinem ausführlichen Test.

Vorderseite

Hardware

Ausstattung
Bevor wir zur Software kommen, schauen wir uns erstmal die Hardware an. Beginnen wir einfach mal mit der Ausstattung:

  • 140 Gramm
  • 3000 mAh-Akku
  • Qualcomm Snapdragon 800: 2,3 GHz Quadcore-Prozessor
  • 5.2 Zoll-IPS-Display mit 1920 × 1080 Pixel und einer Pixeldichte von 424 dpi
  • 13-Megapixel-Kamera hinten
  • Benachrichtigungs-LED
  • 2.1-Megapixel-Kamera vorne

Das klingt alles sehr ansprechend. Wenn man sich so diese Spezifikationen ansieht, sieht der erste Eindruck also so aus: Leistungstechnisch kann es sich wohl mit dem S4, dem Z1 oder dem Nexus 5 messen. Das Display hat eine hohe Auflösung und der Akku ist groß.

Design und Verarbeitung
Design ist Geschmackssache, Verarbeitung eher nicht. Letztere ist aber einfach tadellos. Obwohl der gesamte Body aus Plastik besteht, ist das Gerät stabil und sehr gut verarbeitet. Nirgends knarkst oder wackelt es. Daran ist also absolut nicht auszusetzen. Wie schon eben erwähnt: Das LG G2 hat also einen Plastik-Body. Das kann viele abschrecken. Allerdings hat sich LG Mühe gegeben die Rückseite ansprechend zu gestalten. So ist unter dem Plastik eine leichte Metal-Maserung angedeutet. Wenn man es etwas in das Licht hält, glitzert es sogar. Die Bilder verdeutlichen das besser. Dies ist bei dem schwarzen Gerät deutlich besser zu sehen und ausgearbeitet als bei dem weißen Gerät. Dort ist diese Struktur nur angedeutet. Trotz alledem ist es nur Plastik und deswegen sieht das Smartphone leider nicht so wertig aus. Da das Plastik sehr glatt ist und keinen Grip hat, ist es manchmal relativ rutschig in der Hand und ein Fingerabdruckmagnet. Hinzu kommt noch, dass an einigen Stellen der Rückseite relativ schnell Abnutzungen vom Hinlegen und Benutzen entstehen. Das sieht nach einer Weile unschön aus, weil es an diesen Stellen dann matt wird.

Der Glitzereffekt beim Rückengehäuse und Abnutzungsspuren.

Der Glitzereffekt beim Rückengehäuse und Abnutzungsspuren.

Auch die Vorderseite besteht aus Plastik, allerdings nimmt 75,7 % der Oberfläche das Display ein. Das ist richtig gut und sehr schick, denn das Display geht bis zu den Rändern. Dadurch, dass auch vorne keine Hardware-Tasten eingebaut sind, wirkt alles sehr schlicht. Somit wird richtig gut Platz gespart und es sieht von vorne richtig gut aus.

Vorderseite

Bedienung
Eines der Highlights des G2 sind die hinten angebrachten Hardware-Tasten. So befinden sich die Lautstärke-Tasten und die Standby-Taste mittig auf der Rückseite, dass es sowohl für Links- als auch Rechtshänder gut zu bedienen ist. Zum Anfang war ich etwas skeptisch. Doch diese Skepsis bezüglich der Tasten ist absolut nicht angebracht. Je nach dem, wie man das Smartphone hält, lassen sich die Taste insgesamt aber komfortabel bedienen. Allerdings erfordert das etwas Eingewöhnungszeit, aber spätestens nach 2 Tagen kann man sich die Tasten nicht wegdenken.

Doch was ist, wenn das Smartphone auf einem Tisch liegt? Auch daran hat LG gedacht und baut das Knock-On-Feature ein. Zweimal auf das Display tippen und schon schaltet sich das Gerät aus dem Standby oder ins Standby. Allerdings klappt das manchmal nicht zuverlässig, sodass man drei- oder viermal “knocken” muss. Da immer mehr Android-Gerät auf Hardware-Tasten vorne verzichten, sollte das eigentlich überall implementiert werden. LG zeigt hierbei aber durchaus Innovation.

Tipp: Um einen Screenshot zu machen, muss man die Standby- und die Leisertaste (Pfeil nach unten) gedrückt halten.

Der Kopfhörer-Anschluss befindet sich unten. Ich habe die Position oben am Gerät beim iPhone 5 lieben gelernt und finde den Platz unten deutlich unkomfortabler. Denn so tüddeln die Kopfhörer-Kabel häufig vor dem Gerät rum, was bei der Bedienung nervig sein kann. Letztendlich ist das aber kein so gravierendes Problem.
Bei dem Punkt “Bedienung” kann ich durchaus noch erwähnen, dass kein SD-Karten-Slot eingebaut wurde. Das finde ich persönlich schade, ist aber schon längst kein Standard mehr sondern eher ein Sonderfeature einiger Hersteller. Bzw.: Ich glaube, mittlerweile sind SD-Karten-Slots nur bei den Highend-Geräten von Samsung zu finden. Andere Hersteller statten ihre Highend-Geräte leider immer ohne aus.

Display
Kommen wir nun zum Display, was mit einem Wort zu beschreiben ist: Fabelhaft. Knackscharfe Farben, blickwinkelstabil, hell und gut lesbar bei Sonnenschein. Absolut perfekt. Es gibt nichts negatives am Display auszusetzen. Lesen und das Anschauen von Bildern ist dort ein wahrer Genuss. Ich bevorzuge ja kleinere Displays und mir persönlich ist das Display des LG G2 etwas zu groß, allerdings werde ich dies nicht weiter in die Bewertungen mit einfließen lassen, da sich jeder selbst darüber bewusst sein sollte, wie groß dieses Display ist und ob man große Displays bevorzugt. Denn wer dies tut, ist hier beim richtigen Gerät, denn trotz des großen Displays bleibt das Gerät selber relativ kompakt, was meiner Meinung nach einer der größten Pluspunkte beim LG G2 darstellt.

Das Display vom LG G2

Das Display vom LG G2

Leistung und Akku
Ich bin kein Fan von Benchmarks. Ich kann aber eins sagen: Die Leistung des Gerätes ist absolut super. Im Gegensatz zum “TouchWitz” von Samsung ist die angepasste Oberfläche flüssig und performant zu bedienen. Mehrere Apps, auch leistungsfordene Apps, laufen bequem nebeneinander und sämtliche Spiele und grafikintensive Anwendungen lassen sich bequem benutzen. Nicht ein einziges Mal habe ich Ruckler oder irgendwelche Probleme erlebt. Übrigens hat sich das Gerät bei mir auch nicht ein einziges Mal aufgehängt. (Das macht ja mein iPhone mal ganz gerne).
Der Akku ist ebenfalls top. 3000 Milliampere-Stunden: Das ist eine Zahl die sich zwar nach viel anhört: Aber letztendlich spielt das Zusammenspiel mit der anderen Hardware und mit der Software ebenfalls eine Rolle. Und dieses Zusammenspiel ist harmonisch und ohne Probleme. Noch nie hatte ich ein aktuelles Smartphone, bei dem der Akku so unglaublich lang hielt. Ein gutes Beispiel: Eine Reise nach Hamburg, Beginn 10 Uhr: Im Zug gespielt, unterwegs Fotos versendet und im Internet navigiert, zwischenduch telefoniert. Das iPhone 5S hätte ca. bis 20 Uhr durchgehalten. Das LG G2 hatte um 20 Uhr noch ca. 40 % Akku und hielt noch die ganze Nacht (natürlich in der Nacht bei weniger Benutzung). Das hat mich echt beeindruckt. Letztendlich hängt die Akku-Leistung auch von der eigenen Benutzung eines Jeden ab. Letztendlich ist ein richtig großer und guter Akku eingebaut und zu meckern gibt es eigentlich gar nichts. Es sei denn, man bemängelt die Tatsache, dass er nicht austauschbar ist. Das finde ich aber absolut nicht schlimm.

Kamera
Die Kamera schießt Bilder in solider Qualität mit 13 MP. Ausführlicher habe ich das in einem weiteren Artikel beschrieben, damit dieser nicht so gesprengt wird.

Software

Beim LG G2 kommt ab Werk Android 4.2.2 zum Einsatz. Ein Update auf 4.4 ist allerdings geplant. LG hat Android sowohl von der Oberfläche als auch von den Funktionen sehr stark angepasst und erweitert.

QSlide-Anwendungen
Ein wichtiger Bestandteil von der LG-Software sind die QSlide-Anwendungen. Dies sind Anwendungen, die nicht im Vollbild geöffnet werden müssen. Es gibt die Video- und Musik-App, Nachrichten, Telefon, Kalender, Browser, E-Mail, Notizen, Dateimanager, Rechner und Sprachbefehle als QSlide-Anwendung. Mehr gibt es nicht und mehr kann man auch nicht installieren. Besondern praktisch finde ich den Rechner und die Notizen. Der Kalender ist relativ sinnlos, weil man nur eine Monatsübersicht bekommt und, wenn man auf einen Tag klickt, gleich in die Kalender-App gelangt. Der Browser und die E-Mail-App sind ziemlicher Fummelkram. Richtig arbeiten kann ich damit nicht. Ansonsten sind die QSlide-Anwendung eine nette Funktion, aber so richtig nutzen tu ich die nicht. Wer wissen möchte, wie man QSlide-Anwendungen aus dem Benachrichtigungscenter entfernen kann um Platz zu sparen, kann sich diesen Artikel durchlesen.

Vorinstallierte Apps
Neben zusätzlichen Features und der vielen Anpassungen am Betriebsystem, hat LG auch einige Apps vorinstalliert. Ein paar habe ich mir auch genauer angesehen. Den Artikel dazu habe ich ebenfalls ausgelagert. Ihr findet ihn hier.
Das gute an diesen Apps ist, dass man sie im Gegensatz zu den bei Samsung installierten Apps richtig deinstallieren kann, und sich nicht mit eine Deaktivierung zufrieden geben muss. Das geht einfach in der App-Übersicht mit Klick auf das Zahnrad-Symbol oder in den Systemeinstellungen unter dem Punkt “Allgemein” und dann “Anwendungen”.

Funktionen und Benutzung
Die Android-Oberfläche wurde beim LG G2 sehr stark angepasst. Es wurden viele Effekte und grafische Spielereien eingebaut. Zum Beispiel: Löscht man eine App vom Homescreen klappt Der Löschen-Button mit einem 3D-Effekt nach hinten und lässt die zu löschende App darin verschwinden. Ansonsten kann man sich wie gewohnt den Homescreen mit vielen Apps und Widgets anpassen, dazu muss man einfach nur lange auf den Homescreen drücken. Mit einer Pinch-Geste lassen sich die Homescreens verwalten. Es lassen sich bis zu 7 Bereiche aktivieren.

3D-Effekt beim Löschen

3D-Effekt beim Löschen

Der Lockscreen lässt sich natürlich auch mit Widgets anpassen und man kann viele Effekte zum Entsperren auswählen. Witzig ist, dass sich der Lockscreen je nach Wetterlage verändert. Regnet es beispielsweise, sieht man Regentropfen herunterrinnen.

Der Launcher ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Apps und Widgets. Die Apps lassen sich beliebig sortieren und man kann dort ebenfalls Ordner anlegen. Ansonsten kann man die Apps durchsuchen und den Launcher anpassen.
Die Tastatur kommt standardmäßig in einer hellen Metalloptik. Dies kann man aber auch verändern und anpassen. Nummern sind schon auf der Grundtastatur einblendet und Emoticons lassen sich zusammen mit den Sonderzeichen einfach aufrufen. Wortvorschläge werden nur bei Bedarf über der Tastatur angezeigt, ansonsten wird der Platz gespart. Eine Aktivierung von Swype-Gesten ist ebenfalls möglich. In den Einstellungen kann man die Tastatur für die Einhandbedienung auf einer Seite des Displays fixieren.

Wie schon bei der Tastatur erwähnt kann man sehr viele Themes aktiveren. Dazu bietet LG die App “LG Smart World”. Dort lassen sich Tastaturschemas, Home-Themes, Schriftarten und vieles mehr an optischen Spielereien herunterladen. Man braucht eigentlich keinen extra Launcher.

Die hohe Anpassbarkeit des LG G2 ist grandios. So lässt sich das Smartphone nämlich sehr an die eigenen Bedürfnisse anpassen und individualisieren. Wer auf total schlichte Software steht, ist hier fehl am Platz. Die meisten Themes sind skeuomorph. Von der originialen Android-Optik ist hier relativ wenig zu sehen. Auch wenn man sich ein Holo-Theme aktiviert, Clean-Android-Feeling kommt nie auf.
Die Einstellungen sind intuitiv in 4 Bereiche aufgeteilt: Netzwerke, Töne, Anzeige, Allgemein. Die meisten Einstellungen bei den Tönen lassen sich nur vornehmen, wenn das Smartphone nicht auf lautlos ist. Übrigens: Die Klingeltöne von dem Vienna Boy’s Choir sind ziemlich witzig und cool. Aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.

Tipp: Wer keine Lust auf die Aufteilung der Einstellungen hat, kann unten beim Klick auf den Einstellungs-Softkey die Listenansicht aktivieren.

LG bietet beim G2 einige Funktionen, die das Arbeiten erleichtern sollen. Dazu gehören neben den oben vorgestellten QSlide-Anwendungen die Slide-Aside-Funktion und die Clip-Ablage. Slide-Aside ist sozusagen erweitertes Multitasking. Mit drei Fingern lassen sich mit einer Wischgeste bis zu drei Apps zwischenspeichern. Zwischen diesen gespeicherten Apps kann man dann mit eben dieser Wischgeste hin und her wechseln. Ist man auf dem Homescreen und führt die 3-Finger-Wischgeeste aus, bekommt man eine Übersicht dieser Apps.

Die Clip-Ablage ist ein erweiterter Zwischenspeicher. Wenn man etwas in die Zwischenablage kopiert, wird es in der Clip-Ablage gespeichert. So können sehr viele Daten in den Zwischenspeicher kopiert und durch die Clip-Ablage immer wieder aufgerufen werden. Vorsicht ist bei Passwörtern geboten.
Insgesamt stattet LG Android reich mit sinnvollen Funktionen aus, die in einigen Fällen die Benutzung mit dem Smartphone richtig erleichtern. Dadurch, dass aber auf grafisch viel angepasst wurde, kann es zu einigen Unschönheiten kommen, da das Design nicht bei jeder App und Funktion gleich ist und mit vielen Effekten gearbeitet wurde. Diese Software frisst natürlich auch viel Speicher. So ist bei der 16-GB-Variante gerade mal ca. 10 GB frei und bei der 32-GB-Variante ca. 24 GB Speicher frei. Wer also viel Musik, Medieninhalte und große Spiele auf dem Gerät speichert, sollte zu der großen Variante greifen, da der Speicher nicht erweiterbar ist. Dies ist auch ein großer Kritikpunkt an dem Gerät.

Fazit

Ich versucht mich im Fazit sehr kurz zu halten, fassen wir deswegen einfach mal Pro und Contra zusammen.

Pro:
sehr guter Akku, tolles Display, sinnvolle Software-Funktionen, gute Kamera
Contra:
Speicher nicht erweiterbar, Betriebsystem nimmt viel Speicherplatz ein, Plastik-Gehäuse, Design-Unschönheiten bei der Software
Neutral
hinten angebrachte Buttons, kein austauschbarer Akku

Insgesamt als ein absolut empfehlenswertes Gerät und eines der besten Android-Smartphones die ich in der Hand hatte. Mich stört etwas der Plastik-Body. Highend-Smartphones müssen meiner Meinung nach auch aus Highend-Materialien bestehen. Schade, dass dies hier nicht der Fall ist. Die stark angepasste Oberfläche mag einigen ein Dorn im Auge sein, ich finde sie aber besser als reines Android, da sie um nützliche Features erweitert wurde. Demgegenüber stehen auch unnötige Funktionen und durch die Software stark verbrauchter Speicherplatz, der nicht erweiterbar ist. Toll sind der Akku und das Display, solide sind die Kamera und die Software. Die hinten angebrachten Tasten sind innovativ und sinnvoll. Wer also ein Highend-Gerät mit den eben als positiv beschriebenen Eigenschaften sucht, der sollte beim LG G2 zuschlagen. Der Preis liegt bei der 16-GB-Version bei 399€ und bei der 32-GB-Version bei 499€. Von daher ist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gegeben.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Eigentlich wenig. Ich war sehr angetan und bedanke mich abschließend noch bei LG, die mir das Gerät zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

2 Kommentare
  1. Es ist schon erstaunlich wie viel Speicher vom Betriebssystem eingenommen wird. Bei dem Samsung Galaxy S4 sind gerade mal knapp über 8 gb noch verfügbar, von 16 gb, also fast die Hälfte. Sonst gefällt mir das LG G schon ganz gut, abgesehen vom Makel, das der Speicher nicht erweiterbar ist.. Ansonsten super Testbericht.

    Antworten
    13. Februar 2014, 16:50

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