ownCloud – Review

Viele Leute nutzen eine Cloud und einige weigern sich meisten aus dem Grund, dass die Daten auf einem Server gelagert werden, über den sie keine Kontrolle haben. Wer legt schon gerne Microsoft oder Google private Dokumente in die Cloud? Wer sich daran stört, dem könnte man OwnCloud empfehlen, wenn es nicht so ein paar Probleme gäbe. Vorweg gesagt: Owncloud ist eine kostenlose OpenSource-Software eines KDE-Entwicklers. Allein von dem Standpunkt her, ein zu begrüßendes Projekt

Das Webinterface von ownCloud

Die Installation von Owncloud auf dem eigenen Server verläuft reibungslos und schnell. Man kann sich schnell in der Cloud anmelden und auch schon loslegen mit dem Befüllen von Daten. Man hat viele Möglichkeiten: So kann man zum Beispiel Kontakte, Lesezeichen, Kalenderdaten, Musik, Bilder und Dateien auf ownCloud speichern und synchronisieren. Dazu kann man die Cloud-Instanz noch mit Apps erweitern und verbessern. Des Weiteren kann die Cloud mit mehreren Leuten gemeinsam genutzt werden.

Das ist ja alles schön und gut, wenn da nicht so ein paar Probleme wären, die ownCloud für mich als nicht ernstzunehmende Cloud-Alternative wirken lassen.

Das Teilen: Es ist ja wunderbar, wenn man die Möglichkeit hat, zu teilen. Doch bei ownCloud wird dem User aufgezwungen, das geteilte Objekt sofort runterzuladen. Gerade bei Bildern ist es ungemein störend. Man möchte einem Freund ein Bild zeigen, schickt den Link und sofort öffnet sich ein Download-Fenster. Es gibt keinerlei Vorschaufunktion. Ich habe auch in sämtlichen Foren und ownCloud Plattformen nachgefragt und bekam keine Antwort. Das lässt wohl darauf schließen, dass derartiges auch nicht geplant ist. Das finde ich sehr schade. Das Teilen ist eines der Grundfunktionen einer Cloud und sollte wirklich gut funktionieren.

Der Client: Eine Cloud braucht natürlich auch einen guten Client. Der von ownCloud ist eigentlich auch gar nicht mal so schlecht. Das gute ist, dass man sich mehrere Ordner und Dateien unabhängig voneinander einfach synchronisieren kann. Das ist ziemlich praktisch, da man nicht alles an einem Ort haben muss. Das schlechte ist, dass diese Synchronisation nicht wirklich gut funktioniert. Man hat irgendwie nicht die Kontrolle über die Synchronisationen. Alles funktioniert automatisiert und ohne struktur. Man kann zwar stoppen und wieder beginnen, allerdings ist das wenig hilfreich. Wann so eine Synchronisation beginnt, weiß man nie, irgendwann wird halt synchronisiert, aber man selber hat nicht wirklich die Kontrolle darüber. Manchmal wird auch gar nicht Synchronisiert… Warum auch immer. Ansonsten ist mir die App etwas zu unübersichtlich und bietet zu wenige Funktionen. Klappt die Synchronisation bei euch besser?

Mit dem ownCloud-Client kann man mehrere Ordner synchronisieren…

Die Bugs: Davon gibt es viele. Von den unzureichend programmierten Clients bis zu merkwürdigen App-Aktivitäten im Webinterface. So habe ich zum Beispiel einige Musikdateien aus dem Dateisystem gelöscht, allerdings wurden diese weiterhin immer in der Musikbibliothek angezeigt. Auch nach mehrmaligen refreshen…
Doch der ärgerlichste und schwerwiegendste Bug kam bei mir gestern vor. Als ich die Cloud öffnete waren alle Dateien weg. Einfach weg. Ich weiß nicht, wo diese geblieben sind und wie derartiges passieren kann… Da die Dateien sich noch alle auf meinem Desktop befanden, startete ich eine neue Synchronisation. Bzw, versuchte ich es… Nachdem ich wieder rätseln konnte, wann der Client loslegt, kam auch endlich das kleine Synchronisierungsicon und die Synchronisation begann. Dachte ich zumindestens. Sämtliche Dateien blieben auch nach abgeschlossener Synchronisation nur auf dem Desktop liegen. Mir würde also nicht anderes übrig bleiben, als diese händisch über das Webinterface hochzuladen oder ownCloud neu zu installieren.

Dieses Review von Owncloud hört sich sehr negativ an, dennoch sollte man bedenken, dass es kaum gute Alternativen für eine Cloud auf dem eigenen Server gibt. OwnCloud ist eigentlich vom Grundkozept her eine tolle Idee und gehört auch definitiv weiterentwickelt. Momentan ist es mir aber noch zu verbuggt, sodass ich erstmal auf den produktiven Gebrauch verzichten muss. Das finde ich schade. Ich hoffe, dass sich Owncloud zum positiven entwickelt, denn mir ist das Projekt eigentlich sehr wohlgesinnt. Ich werde jedenfalls über Updates berichten und euch auf dem Laufenden halten. Doch nun zu euch. Was haltet ihr von Owncloud?

4 Kommentare
  1. Schade, ich hatte mir von OwnCloud eigentlich mehr erhofft. Habe mir bis jetzt noch nicht die Zeit genommen es selbst zu testen, bin aber durchaus interessiert daran. Ein bisschen demotivierend ist dieser Artikel dahingehend allerdings schon =/

    Antworten
    21. Juli 2012, 11:21
    • Ja. Ich fand es auch etwas schade, denn ich bin mit hohen Erwartungen an ownCloud rangegangen und habe es auch mehrere Monate produktiv getestet. Wenn du Interesse hast, kannst es ja dennoch ausprobieren. (Ist ja kostenlos und lässt sich schnell installieren und deinstallieren.) Vielleicht ist es sogar besser, wenn du mit schlechten Erwartungen rangehst und positiv überrascht wirst, als wenn du mit guten Erwartungen rangehst und, so wie ich, enttäuscht wirst. Demotivierend soll der Artikel nicht sein. Ich versuche nur objektiv meine Erfahrungen mit ownCloud zu schildern. Vielleicht hast du ja weniger Probleme als ich. Außerdem entwickelt sich ja ownCloud noch. Bis dahin wird es sicherlich noch Verbesserungen geben und hoffentlich endlich eine Vorschaufunktion beim Teilen. :)

      Antworten
      Daniel
      21. Juli 2012, 11:59
  2. Ich kann das mit der fehlenden Preview nicht bestätigen. Bei mir funktioniert das einwandfrei. Den Sync-Client habe ich nicht getestet. Ich mounte meine Cloud einfach per Web-Dav. Das ist für mich auch die wichtigste Funktion, da sich OwnCloud per Web-Dav hervorragend mit iPhone und iPad nutzen lässt.

    Bugs gibt es in der Tat noch viele. Die Version 4.0 war quasi unbenutzbar. Das hat auch der Author eingeräumt. Die Version 4.0.4 funktioniert hingegen “zufriedenstellend”. Inzwischen ist auch 4.0.5 raus. Die Entwicklung schreitet schnell voran.

    Ich habe es unter Opensolaris mit einem 4TB großen zfs installiert. Da musste ich ein bisschen am Code schrauben, da die diskFreeSpace() funktion bei mehr als 2TB versagt. Das habe ich erst einmal quick-n-dirty gefixt.

    Die Anbindung an LDAP war etwas tricky. Benutzennamen mit einem ‘.’ oder anderen Sonderzeichen sollte man vermeiden.

    Das sharen ist zwar ganz nett gelöst, wird aber bei vielen Nutzern schnell unübersichtlich. Man kann leider nicht sehen, wer einem einen Ordner freigegeben hat. Ich hab geschaut, ob ich das auch fixen kann, aber das schein nicht so einfach zu sein.

    Die Musik-Galerie ist pain-in-the-ass und kann sogar den Server lahm legen. Ich habe das Plugin deaktiviert.

    Wenn man ein bisschen Geduld hat, bekommt man aber eine brauchbare Installation hin.

    Antworten
    Matt
    28. Juli 2012, 10:26
  3. Habe owncloud 5.0 installiert mit Client 1.3. Kann deine Beobachtung voll bestätigen. Client ist absolut nicht zu kontrolieren und legt dazu auch nach den Rechner lahm (zu hohe Prozessorauslastung).
    Wirklich schade. Würde den Client ja gerne anpassen / verbessern, da ich selbst C-Programmiere bin. Aber das geht nur per Corss-Compiler unter Linux. Wirklich sehr schade, dass das ansonsten gute Projekt an solchen “Kleinigkeiten” scheitert.

    Antworten
    Martin
    12. August 2013, 17:01

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