Responsives Design oder mobile Seite?

Oft muss ich im Internet lesen „Das nennst du gutes Design? Die Seite ist ja nichtmal responsiv“. Ich halte responsives Design für überschätzt. Warum? Darum geht es in folgendem Blogartikel.

Es gibt mehrere Arten einer mobilen Seite:

  • 1. Weiterleitung auf eine Subdomain-Seite wie „m.wikipedia.de“
  • 2. Responsives Design: Seite bleibt die selbe, wird allerdings an ein kleineres Display angepasst
  • 3. Erkennung des Endgerätes und Bereitstellung einer speziell dafür angepasste Seite

Subdomain
Beginnen wir mal mit dem ersten Möglichkeit, welche meiner Meinung nach die schlechteste ist. Dies hat einen einfachen Grund. Beim Teilen auf einem Smartphone teilt man immer die mobile Seite. Wenn man also etwas in einem Sozialen Netzwerk teilt und der Empfänger auf den Link klickt, befindet er sich immer auf der mobilen Seite, auch wenn er mit einem Laptop oder ähnlichem unterwegs ist. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man nicht so einfach auf die normale Ansicht wechseln kann. Ich weiß nicht, warum so viele Portale eine derartige Lösung implementiert haben. Der einzige Vorteil ist, dass man tatsächlich direkt auf eine mobile Seite kommen kann. Das kann man aber deutlich besser lösen, als über eine Subdomain.

Responsives Design
Zweite Möglichkeit: Responsives Design. Eine Möglichkeit, die schon lange ein Designtrend im Web darstellt. Die Vorteile sind offensichtlich: Man arbeitet an einem Design, welches sozusagen für alle Geräte gleich ist, nur immer etwas an die Bildschirmgröße angepasst wird. Dadurch behält man seine Corporate Identity. Die Implementierung ist immer etwas schwieriger, da man auf sehr vieles achten muss. Man hat also ein Design mit sehr komplexen CSS-Dateien. Des Weiteren hat man nicht die Möglichkeit, eine komplett andere Seite anzuzeigen.

Mobile Seite
Kommen wir also nun zu dritten und meiner Meinung besten Möglichkeit. Ein mobiles Design, welches bei Erkennung des Gerätes angezeigt wird. Hier hat man nämlich die meisten und einfachsten Möglichkeiten der Anpassung. Man passt nicht nur einfach den Inhalt an neue Seitenverhältnisse an, man passt die ganze Seite an. Nun fragt ihr euch, warum man das machen sollte? Ganz Einfach: Nehmen wir mal als Beispiel ein großes Portal wie Bahn.de. Wenn man mobil unterwegs ist, will man sicherlich nicht großartig Dinge über die Firmengeschichte oder Angebote lesen. Da man unterwegs ist, ist es wahrscheinlich, dass man Informationen über aktuelle Zugfahrten erfahren will. Hier sollte der Nutzer eine komplett auf ihn angepasste Version des Portals bekommen. Natürlich kann man fragen, was nun die machen sollen, die tatsächlich einen Artikel über die Unternehmensgeschichte lesen wollen? Nunja. Dieser kleine Teil wird auch googeln können und braucht die Präsenz einer solchen Unterseite auf der mobilen Startseite nicht. Hier kann man dann dem Nutzer eine andere Ansicht präsentieren. Eine Artikelansicht sogesehen. Nun hat man schon zwei Anwendungszwecke die man hätte nicht so einfach über ein responsives Design lösen können.
Mobile Nutzer wollen oftmals anderes als die Desktop-Nutzer, sodass man ihnen auch ein besseres Nutzungserlebnis ermöglichen sollte.

Wer hier das Haar in der Suppe entdeckt und meint, dass man für eine mobile Seite eine Funktion programmieren muss, die jedes Betriebsystem mit jeder Bildschirmauflösung ohne Probleme erkennen kann und die entsprechende Seite bereit stellt, den kann ich trösten. Für diese Dinge gibt es eine Vielzahl von Plugins und Codeschnipsel, sodass man sich als Webentwickler kaum Gedanken darüber machen muss.

Insgesamt ist es dem Nutzer vielleicht tatsächlich egal, welche Technik hinter einer mobilen Seite steht. Hauptsache er bekommt das, was er sucht und sehen will und dies ist meiner Meinung mit einer mobilen Seite ohne responsives Design am einfachsten und besten zu realisieren. Keiner will eine Desktop-Seite auf einem Smartphone durchsuchen, eine Mobile Seite sollte daher schon Pflicht sein. Ich finde es aber total falsch sich darüber zu profilieren, ob nun eine Seite responsiv ist oder nicht. Wie schon oben erwähnt, ist das wichtigste, dass es funktioniert. Ein Design ist nicht schlechter weil es nicht responsiv ist! Hinter welcher Technik steht ihr? Ich bin auf Diskussionen in den Kommentaren gespannt.

3 Kommentare
  1. Nicht direkt zu der Frage:
    Mal abgesehen von Traffic usw.
    Warum überhaupt mobile Webseiten?
    Sagte Steve Jobs 2007 bei der Präsentation des iPhone nicht was davon dass Handynutzer bisher ein zweitklassiges abgespecktes Internet nutzten? Eines der großen Features des iPhones war es doch auch, eben alle Webseiten so darzustellen wie sie auf dem Computer zu hause aussehen. Nur geht der Weg jetzt wieder genau anders herum.
    Abgespeckte, mobile Webseiten mit weniger Informationen.

    Antworten
    eggi36
    8. Oktober 2014, 15:18
  2. Ich war früher mal der gleichen Meinung wie du, bis ich mich selbst an Responsive Design rangewagt habe. Letztendlich gibt es keine wirklichen Nachteile gegenüber einer mobilen Seite, aber eben sehr viele Vorteile. Wer seine Website sauber aufbaut, kann mit einem guten Responsive-Design wesentlich einfacher eine mobile Seite erreichen, als es mit einer dedizierten Seite je möglich wäre.

    Dazu kommt noch der erhöhte Verwaltungsaufwand. Ich muss zwei Seiten pflegen, statt nur noch einer. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Wenn ich in der einen Seite etwas einbaue, muss ich es danach auch in die andere einbauen, was schon mal die Arbeitszeit erheblich erhöhen kann. Doppeltes HTML, Doppeltes CSS, Doppeltes PHP. Mit einem Responsive Design hat man alles nur ein mal. Bzw. beim CSS vielleicht(!) noch zusätzliche Anpassungen.

    Dann kommt noch der Formfaktor 7-8 Zoll. Wie willst du es hier lösen? Hier will ich als Nutzer weder eine mobile Seite, noch eine Desktop-Seite. Sondern etwas was auf diese Größe angepasst ist. Oder was ist, wenn ich mit einem Phablet rumrenne und die Seite Landscape haben will? Dann ist alles einfach nur extrem lang gezogen. Bei einem Responsive-Design kann ich darauf reagieren.

    Und wenn man den ganzen Responsive-Kram entsprechend einbindet, kann man auch problemlos einen Switcher zwischen Responsive und Fix machen.

    Auch kommt dazu, dass ich Fenster gerne am Rechner links und rechts andocke. Bei deiner Seite habe ich da bereits einen horizontalen Scrollbalken. Mit einem Responsive Design wäre das eben nicht so.

    In meinen Augen sind die Menschen, die sagen Responsive sei unsinnig, die Menschen die es selbst noch nie benutzt haben.

    Wie gesagt, mir ging es vor einem Jahr auch noch so. Ich hielt responsive für absolut unnötig, habe sogar eine mobile Seite für meinen Blog angefangen, aber irgendwann waren die Aufwände einfach so extrem, da habe ich mich entschieden es einfach mal Responsive zu probieren. Weit weniger Wartung, weit weniger Stress.
    Zudem habe ich nicht das Problem entscheiden zu müssen, welcher Nutzer welche Seite bekommt, das wird über die Displaygröße bestimmt.

    Antworten
    8. Oktober 2014, 17:23

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