Windows 8 ist mir egal

Ich wurde nun schon oft gefragt, warum ich keine Artikel zu Windows 8 und zu dem neuen Kurs von Microsoft geschrieben habe und meine Meinung darüber kundgetan habe. Diese Frage ist leicht zu beantworten: Es ist alles irgendwie egal.

Windows hat ein neues Logo. Cool, es sieht so aus, wie das von Windows 1.
Microsoft hat ein neues Logo. Cool, es sieht genauso aus, wie das von Windows 95 und ist so kreativ und besonders wie die Pilzleuchtenlandschaft an den deutschen Straßen Ende der 60er Jahre.
Doch was interessiert es mich, ob nun 17 Jahre Logoentwicklung dort enden, wo damals angefangen wurde? Letztendlich hat es auf den normalen User überhaupt keinen Einfluss. Ein Logo mag zwar locken, aber gerade Microsoft würde wirkliche Innovation gut tun, als nur das Logo zu ändern.

Und diese wirkliche Innovation soll nun Windows 8 sein? Das wäre in der Tat traurig. Wie oft wurde schon gesagt:

Windows XP = gut,
Windows Vista = schlecht,
Windows 7 = gut,
Windows 8 = schlecht…

Eigentlich stimmt es ja, aber man sollte bedenken, dass Windows 8 immer noch NT Version 6.2 ist und somit nicht so viel Unterschied zu Windows 7 (NT 6.1) hätte, wenn nicht diese furchtbare neue Oberfläche wäre. Das Problem an dieser Sache: Es ist alles so kompliziert geworden: Ich kann mit Vollbildapps zum Beispiel nicht produktiv arbeiten. Ich brauche einfach mehrere Fenster, wenn nicht gar mehrere Bildschirme. Auch diese endlose nervige Geswitche zwischen der modernen Oberfläche und der alten ist eher hindernd als hilfreich. Genauso schlecht ist es, dass man bei der neuen Oberfläche eine komplett andere Handhabung hat, als bei der alten. Es sind so große Unterschiede zwischen der alten und der neuen Oberfläche, dass man diese einfach nicht gut zusammentun kann. Außerdem: Was nutzt eine Kacheloberfläche, wenn man nicht gerade ein Tablet hat? Oder wer möchte auf einem Tablet produktiv richtig arbeiten und braucht einen echten Desktop? Microsoft hat versucht, Tablet und PC zu vereinen und hat bewiesen, dass es so einfach nicht geht. Die Umsetzung ist mehr als schlecht, denn sowohl zum produktiven Gebrauch, als auch nur für den Tabletgebrauch ist Windows 8 einfach nicht geeignet. Ich habe es getestet und war entgegen meiner anfänglichen Erwartungen, mal etwas Innovatives und Neues ausprobieren zu können, mehr als enttäuscht.
Windows 8 ist meiner Meinung nach höchstens als eine Art nicht ernstzunehmendes Gadget-Betriebsystem zu benutzen.

Doch ich hätte eigentlich die perfekte Lösung für Microsoft: Man kann doch einfach den User auswählen lassen, welche Oberfläche genutzt wird. Möchte man produktiv arbeiten, kann man die alte Oberfläche mit Startmenü, sozusagen ein verbessertes Window 7, nutzen. Möchte man als Tablet unterwegs sein, kann man einfach mit der neuen Oberfläche durch die Windowswelt navigieren. Sogar Vollbildapps sind auf der alten Oberfläche möglich. Das sieht man an jedem aktuellen Spiel. Dazu braucht man also auch keine neue Oberfläche. Das wäre eigentlich eine super Lösung. Wer dennoch auf dem PC die neue Oberfläche nutzen möchte, kann auch dies ohne Probleme tun, indem er die einfach nachinstalliert oder aktiviert. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich mir so eine Lösung seit der ersten Vorstellung von Windows 8 gewünscht und habe mir gedacht, dass es eigentlich sicherlich so kommen wird. Ich konnte ja nicht ahnen, dass man wirklich so einen Crap durchsetzt.

Doch jetzt zu der Frage: Warum ist mir das egal? Ganz einfach: Ich muss es ja nicht benutzen. Keiner ist dazu gezwungen, auf Windows 8 umzusteigen. Windows 7 ist hervorragend und wird auch noch sehr lange von Microsoft supportet. Warum also umsteigen? Das werden sich auch die Unternehmen denken und alle anderen, die produktiv arbeiten wollen.
Man kann doch Microsoft einfach experimentieren lassen. Sie werden schon ihren Weg finden. Vielleicht sogar den falschen, aber dann gibt es ja genug Alternativen: Warum Microsoft? Man kann genauso gut Linux oder Apple benutzen. Und nein, das Office-Argument zählt nicht, denn es gibt sowohl MS Office für den Mac (obwohl ich da Pages und Numbers sehr empfehlen kann), als auch kann man unter Wine MS Office auf Linuxsystemen zum Laufen zu bringen. Es ist letztendlich vollkommen egal, welchen Weg Microsoft einschlägt. Wir sind die User und wir können zu nichts gezwungen werden. Wenn Microsoft merkt, dass die User abwandern, werden die schon etwas verändern. Und wenn nicht, dann werden die untergehen. Es gibt genug Alternativen und Microsoft ist jetzt nicht eine Firma, die mir ans Herz gewachsen ist, so dass ich unbedingt ihre Leidensgeschichte verfolgen und bei jeder Aktion mitmachen muss. Man entdeckt immer wieder etwas Neues und gerade in der Technikwelt kann man viel Innovation erleben. Ob die Firma noch so klein ist, ob es Open Source oder ein geschlossenes System ist. Es warten viele Systeme, die entdeckt werden wollen und sollten.
Aus diesem Grund ist mir auch eigentlich die Geschichte von Microsoft egal. Ich finde es zwar interessant zu lesen, wie sich das alles so entwickelt, allerdings sehe ich das ganz gelassen, da ich immer noch der Kunde bin und ich die Möglichkeit habe, mir aussuchen zu können, was ich benutze. Ich denke mal, es geht den meisten so.

2 Kommentare
  1. Mhm. Man kann die Metrooberfläche problemlos abschalten. Allerdings frage ich mich da, warum?? Warum brauche ich ein nicht von Microsoft stammendes Tool um dann ein kleinwenig besseres Win7 zu haben?
    Da könnte man ja gleich Ubuntu Gnome runterladen und hinter her dann doch KDE installieren….o.o
    Kannst du noch was zu der Boot zeit von Win8 sagen?

    Antworten
    LaborTec
    14. September 2012, 18:03
    • Man kann sie zwar abschalten, ich würde mir aber wünschen, dass es eine Windows-Funktion wäre und sich die User keine Software erst runterladen müssen…
      Die Bootzeit ist in der Tat schneller.

      Antworten
      Daniel
      16. September 2012, 1:23

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