Threema: Verschlüsselt chatten auf Android und iOS

Heute stelle ich euch den den verschlüsselten Messenger Threema vor, den es für iOS und Android gibt. Diesmal geht es nicht um die Diskussion, warum man sich nicht verschlüsselt sollte. Wer gerne diesen Müll wie WhatsApp nutzt und sich gegen Alternativen verschließt, weil es vielleicht zu wenig nutzen, sollte diesen Artikel gleich überspringen. Jetzt geht’s aber los mit der Vorstellung von Threema.

Threema

Funktionsumfang
Das Wichtigste bei einem Messenger sind natürlich die Funktionen. Nach der Installation von Threema bekommt man eine ID, mit der man chatten kann. Das heißt, man hat auch die Möglichkeit zu chatten, ohne eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse weitergeben zu müssen. Verknüpft man E-Mail-Adresse und Telefonnummer allerdings mit Threema, haben Kontakte die Möglichkeit, euch zu finden, wenn sie die ihre Kontakte synchronisieren. Dann oder nachdem man eine ID erhalten hat, kann man beginnen, verschlüsselt mit dem Kontakt zu chatten. Beim Chatten hat man auch die Möglichkeit, Bilder, Videos und Standorte zu senden. Das geschieht natürlich auch verschlüsselt. Durch Zeichen kann man ersehen, ob der Gegenüber die Nachricht erhalten, heruntergeladen, gelesen oder bestätigt hat. Dies kann man natürlich leicht in den Einstellungen unter “Privatsphäre” und dann “Lesebestätigung” abschalten. Wenn wir schon gleich bei den Einstellungen sind. Man kann die Chatfenster anpassend und entsprechend mit einem Hintergrundbild versehen. Des Weiteren hat man die Möglichkeit, die Schriftgröße und vieles mehr zu konfigurieren. So kann man auch Threema selber mit einem Code sperren, sodass Dritte keine Chats sehen können, wenn sie das Smartphone entwendet haben.
Oben im Header der App befindet sich ein farbiger Streifen. Ist die App nicht online, wird er in rot dargestellt, bei Verbindungsversuchen gelb und wenn die App verbunden ist, ist er grün.
Unter iOS hat man zusätzlich die Möglichkeit, Gruppenchats mit 20 Teilnehmern zu erstellen. (Diese Funktion ist auch unter Android in Entwicklung.) Außerdem ist eine Multi-Device-Funktionalität geplant, mit der sich auch ein Desktop-Client ermöglicht.

Sicherheit
Threema ist ähnlich wie PGP zweierlei sicher. So kann man sowohl zum einen einen Kontakte verifizieren (Wie bei PGP mit der Signatur möglich) als auch zum anderen die Chats verschlüsseln (Wie bei PGP die entsprechenden öffentlichen und privaten Keys).
Die Account-Verifizierung erfolgt über drei Punkte. Ein Punkt bedeutet soviel wie nicht verifiziert. Der wird angezeigt, wenn man von dem anderen nur die ID besitzt und über die ID chattet. Da kann man sich natürlich nicht sicher sein, ob der Kontakt dahinter steckt, für den man ihn hält. 2 Punkte bedeuten, dass man den Kontakt über Synchronisation über das Adressbuch gefunden hat. Das heißt, dass man E-Mail und/oder Telefonnummer kennt und der Kontakt diese entsprechend bei sich eingegeben hat. 3 Punkte und somit die höchste Sicherheitsstufe erreicht man, wenn man den Kontakt persönlich getroffen hat. Dort kann man mithilfe eines QR-Codes die ID des anderen einscannen. Hat man dies erledigt, ist der Kotakt verifiziert.
Die Chat-Verschlüsselung ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselt die auf ECC basiert und 255 Bits stark ist. Folglich kann nichtmal Threema selber die Nachrichten entschlüsseln, weil man zum entschlüsseln den privaten Schlüssel brauch, der mit dem Gerät verknüpft wird. Die Nachrichten werden zusätzlich auf dem Gerät selber verschlüsselt gespeichert. Zusätzlich bietet Threema eine Möglichkeit, die Schlüssel zu überprüfen, so ist man auch gegen Man-in-the-Middle-Attacken geschützt. Als vielleicht einziges Manko kann man nennen, dass die Verschlüsselungstechnik nicht Open-Source ist, allerdings kann man die Ende-Verschlüsselung über ein Validierungs-Log-Feature in der App überprüfen.

Design
Das Design bei iOS ist an iOS 7 angepasst und sehr schick. (Es gibt ja andere Kandidaten die vor allem wegen nicht vorhandener Designanpassung und unglaublich schlechter Menüführung trumpfen. Ich kenne da zum Beispiel WhatsApp). Bei Android ist das Design ein entsprechend schickes Holo-Design. Insgesamt ist Threema also auch designtechnisch auf dem neusten Stand.

Fazit
Threema ist ein absolut perfekter Messenger, der sowohl sicher als auch schick ist und zusätzlich einen guten Funktionsumfang bietet. Er ist leicht einzurichten und zu konfigurieren. Der Support ist ebenfalls schnell und hilfsbereit. Ich selber nutze ich ihn als Alternative zu WhatsApp und habe entsprechend viele Kontakte auf Threema. Es ist also möglich, eure Kontakte zu überreden, diese bessere Alternative zu nutzen. So bleibt auch keine Ausrede mehr, dass zu wenig Kontakte Threema nutzen würden, sodass es sich nicht lohnen würde. Ich finde, wir sollten von diesem Platzhirschen WhatsApp wegkommen und Threema bietet wirklich genug Argumente, um zu wechseln. Die App kostet 1,79 € für iOS und 1,60€ für Android.

8 Kommentare
  1. Wie sieht es aus mit Synchronisation mehrerer Geräte, also dass ich auf meinem Tablet und Smartphone chatten kann?

    Antworten
    Florian
    14. November 2013, 16:29
    • Noch geht das nicht, aber eine Multi-Device-Funktionalität ist geplant.

      Antworten
      14. November 2013, 19:47
  2. Die App ist auf jeden Fall interessant. Jedoch muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich sie aktuell nicht installiert habe.

    So langsam wird sie immer interessanter. Wenn jetzt bald die Gruppen-Chats und der Desktop-Client kommt, dann werde ich versuchen Leute den Messenger aufzureden.

    BTW: Yeah ich bin in den Screenshots. :)

    Antworten
    14. November 2013, 22:33
    • Ich nutze Threema seit einem Jahr auf meinem iPhone5 und bin absolut zufreiden.
      Gruppenchat ist seit Februar 2014 auch für Android-Nutzer verfügbar.
      Ich kann Threema nur empfehlen.

      Antworten
      micronaut
      20. Februar 2014, 16:10

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